MOLDER - Vanished Cadavers CD


Art.Nr.: 1003117


Molders Debütalbum „Vanished Cadavers“ ist ein triumphales Werk des Old-School-Death-Metal, vollgepackt mit knochenbrechenden Riffs, markerschütternden Grooves und genau der richtigen Dosis schrägem Charme, um sich von der Masse der OSDM-Verehrung abzuheben. Das Trio aus Illinois – Aaren Pantke (Gitarre/Gesang), Dominic Vaia (Bass) und Kyle Poole (Schlagzeug) – kreiert einen Sound, der gleichermaßen ehrfurchtsvoll und erfrischend energiegeladen ist und die Düsternis der frühen Autopsy mit dem Stampfen von Obituary und dem dreckigen Groove von Cianide verbindet.

Gleich zu Beginn gibt der Opener „Granulated Chunks“ mit einem vernichtenden, mittelschnellen Angriff den Ton an und erinnert sofort an die härtesten Stücke von Scream Bloody Gore, während er gleichzeitig die schnörkellose Brutalität der besten Underground-Bands würdigt. Pantkes Gesang heult und brodelt mit einem an Tardy erinnernden Flair und schleift jede Silbe durch den Dreck, was perfekt zur düsteren Ästhetik des Albums passt.

Obwohl „Vanished Cadavers“ tief in der Death-Metal-Tradition der späten 80er und frühen 90er Jahre verwurzelt ist, wirkt es keineswegs abgestanden. Im Gegenteil: Molder verleiht dem Album durch rhythmische Variationen, punkige Aggression und den geschickten Einsatz von Gastauftritten – allen voran Mike Perun von Cianide auf dem wilden „Act of Revenge“, der der ohnehin schon tödlichen Mischung eine weitere Ebene des Chicago Death Metal hinzufügt – eine überraschende Dynamik.

Tracks wie „The Sweet Taste of Death“ und „Feasting on Dirt“ swingen mit ansteckenden, fast thrashigen Rhythmen, während „Incipient Disease“ sich zu einem kränklichen Kriechgang verlangsamt und die Fähigkeit der Band unterstreicht, in doomigere, atmosphärische Gefilde vorzudringen, ohne dabei ihre Schärfe zu verlieren. Vaias Bass rückt im späteren Verlauf des Songs ausnahmsweise ins Rampenlicht und verleiht ihm die nötige Charaktertiefe und den satten Bass, der den ansonsten gitarrenlastigen Anschlag ausgleicht.

Produktionstechnisch setzt Molder auf einen dichten, organischen Sound, der kraftvoll, aber nicht überproduziert wirkt. Die Töne sind düster, aber klar, sodass die Songwriting-Qualitäten der Band trotz des rauen Klangs gut zur Geltung kommen. Das markante Schwarz-Weiß-Artwork von Gruesomegraphx bildet die perfekte visuelle Ergänzung – eine Mischung aus Horror und Humor, wie eine abgedrehte Karikatur von Leichenausgrabungen, die zum Leben erweckt wurde.

Der Abschluss des Albums mit einem mitreißenden Cover von Asphyx' „Serenade in Lead“ ist nicht nur eine Hommage an die musikalischen Vorbilder, sondern unterstreicht auch Molders Fähigkeit, sich in der Riege der Genre-Größen zu behaupten.

Mit etwas über einer halben Stunde Spielzeit ist „Vanished Cadavers“ genau richtig. Es ist roh, eingängig und souverän umgesetzt – ein mutiger erster Schritt, der Death Metal nicht neu erfindet, sondern die Hörer daran erinnert, warum diese Musik immer noch so mitreißend ist, wenn sie mit Überzeugung gespielt wird. Molder mögen aus den Gräbern der Vergangenheit auferstanden sein, aber mit diesem Debüt haben sie bewiesen, dass sie mehr sind als nur eine weitere wiederbelebte Leiche.



Preis:

13,00 EUR

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MOLDER - Vanished Cadavers CD